Wir haben die Plastikverschmutzung auf dem Camí de Cavalls untersucht: Wo sich Abfälle tatsächlich konzentrieren

40 Nord Outdoor hat eine Studie über das Vorkommen von Kunststoffabfällen entlang des Camí de Cavalls durchgeführt, um ihre Verteilung und Herkunft besser zu verstehen. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse zu gewinnen, die als Grundlage für wirksame Maßnahmen zur Verringerung des Plastikmülls dienen können.

Die Art der Landschaft und die jeweiligen Nutzergruppen sind die beiden entscheidenden Faktoren, die die Verteilung von Kunststoffabfällen entlang des Camí de Cavalls erklären – deutlich stärker als jede andere untersuchte Variable. Zu diesem Ergebnis kommt die von 40 Nord Outdoor S.L. durchgeführte Studie.

Für uns ist der Camí de Cavalls weit mehr als eine Wanderroute oder ein Gelände für Wanderer, Trailrunner und Mountainbiker. Er ist ein Natur- und Kulturerbe, das es zu verstehen, zu respektieren und zu bewahren gilt. Deshalb bereitet uns die Präsenz von Abfällen – insbesondere von Kunststoff – große Sorge: sowohl wegen ihrer Auswirkungen auf die Umwelt als auch wegen der Frage, was sie über unseren Umgang mit dieser einzigartigen Landschaft aussagt.

Dieses Engagement zeigt sich bereits seit vielen Jahren in konkreten Maßnahmen. Regelmäßig organisieren wir Müllsammelaktionen im Rahmen der Initiative 0º Plástico. Außerdem haben wir uns der Initiative Menorca Sense Plàstic der Plastic Free Menorca Alliance angeschlossen. Mit der nun vorliegenden Studie gehen wir einen weiteren Schritt. Ihre Ergebnisse bilden eine fundierte Grundlage, um realistische Maßnahmen in den Bereichen Sensibilisierung, Management und Naturschutz zu entwickeln und die verfügbaren Ressourcen dort einzusetzen, wo das Problem tatsächlich besteht.

Sortida per recollir plàstics (Foto: Camí de Cavalls 360º).
Müllsammelaktion für Kunststoffabfälle (Foto: Camí de Cavalls 360º).

Direkte Erhebungen im Gelände

Die Geländearbeiten fanden zwischen dem 15. und 31. Juli 2025 statt. Ein vierköpfiges Team legte die gesamten 185 Kilometer des Camí de Cavalls zurück und dokumentierte jeden gefundenen Kunststoffabfall mithilfe von Georeferenzierung und Fotografien.

Bis Januar 2026 wurden anschließend sämtliche Daten digitalisiert, geordnet und ausgewertet. Die einzelnen Abschnitte der Route wurden nach ihrer Dichte an Kunststoffabfällen klassifiziert und zusätzlich nach Landschaftstyp sowie den dort überwiegend anzutreffenden Nutzergruppen ausgewertet.

Geolocalització de residus (Foto: Camí de Cavalls 360º).
Georeferenzierung von Kunststoffabfällen (Foto: Camí de Cavalls 360º).

Die wichtigsten Erkenntnisse

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie betreffen die Verteilung von Kunststoffabfällen in den unterschiedlichen Landschaftsräumen entlang des Camí de Cavalls. Die höchsten Konzentrationen wurden an Küstenabschnitten festgestellt – in kleinen Buchten, an Steilküsten und an Orten, an denen Meeresströmungen angeschwemmte Abfälle ablagern –, aber auch an Parkplätzen und Zugangspunkten, entlang von Straßen, in Siedlungsgebieten sowie an stark besuchten Stränden.

Eine besonders wichtige Erkenntnis ist, dass Abschnitte mit sehr hoher Konzentration von Kunststoffabfällen fast immer durch marine Prozesse geprägt sind. Entlang der Küste können sich Abfälle selbst dort ansammeln, wo nur wenige Menschen unterwegs sind. Der Grund dafür ist, dass das Meer sowohl als Transportweg als auch als natürlicher Sammelraum für treibende Abfälle wirkt.

Ganz anders sieht es in den naturnahen Bereichen aus. Wälder, offene Küstenlandschaften und landwirtschaftlich genutzte Flächen weisen in der Regel entweder gar keine oder nur sehr geringe Mengen an Kunststoffabfällen auf.

Die Auswertung zeigt außerdem einen deutlichen Zusammenhang zwischen den jeweiligen Nutzergruppen und dem Abfallaufkommen. Abschnitte, die überwiegend von Teilnehmern des Camí de Cavalls zu Fuß oder mit dem Mountainbike genutzt werden, weisen unabhängig von ihrer Besucherzahl durchweg keine oder nur sehr geringe Mengen an Kunststoffabfällen auf. Bereiche, die vor allem von gelegentlichen Spaziergängern genutzt werden, zeigen mittlere Konzentrationen. Die höchsten Werte finden sich dagegen an Stränden, in städtischen Bereichen sowie entlang von Straßen – also dort, wo Badegäste und der alltägliche Stadtverkehr das Nutzungsgeschehen prägen.

Eine weitere zentrale Erkenntnis lautet, dass die größten Problemstellen nicht durch den Camí de Cavalls selbst verursacht werden. Sie stehen vielmehr im Zusammenhang mit vom Meer angeschwemmten Abfällen sowie mit urbanen Strukturen, Zufahrten und Parkplätzen.

Residus en zones litorals (Foto: Camí de Cavalls 360º).
Kunststoffabfälle in Küstenbereichen (Foto: Camí de Cavalls 360º).

Gezielte Maßnahmen dort, wo sie am meisten bewirken

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass gezielt eingesetzte Maßnahmen eine spürbare Wirkung entfalten können. Ein vergleichsweise kleiner Teil der Route vereint einen Großteil der erfassten Kunststoffabfälle. Werden Reinigungs-, Präventions- und Schutzmaßnahmen auf diese Bereiche konzentriert, lässt sich die Menge an Abfällen entlang des Camí de Cavalls wirksam reduzieren.

Genau aus diesem Grund hat 40 Nord Outdoor S.L. diese Studie initiiert: um den Schritt von Vermutungen zu belastbaren Erkenntnissen zu gehen – und auf dieser Grundlage Maßnahmen zu entwickeln, die der Zukunft entsprechen, die wir uns für Menorca und den Camí de Cavalls wünschen. Die eigentliche Herausforderung besteht nun darin, diese Erkenntnisse in gemeinsames Handeln zu übersetzen – gemeinsam mit Verbänden, Behörden, dem Tourismussektor und vor allem mit allen Menschen, die Menorca lieben und auf seinen Wegen unterwegs sind.

Download-Link: Studie über Kunststoffe auf dem Camí de Cavalls